Cycling4Fans - Forum (http://forum.cycling4fans.de/index.php)
- Radsport (http://forum.cycling4fans.de/board.php?boardid=19)
-- Die Profi-Szene (http://forum.cycling4fans.de/board.php?boardid=1)
--- Kopfsteinpflaster für Dummys (http://forum.cycling4fans.de/thread.php?threadid=20247)


Geschrieben von Bugno am 28.02.2007 um 06:11:

Fragezeichen Kopfsteinpflaster für Dummys

Da am Samstag die Saison losgeht eine Frage:

Wie viel höher ist der Rollwiderstand auf Kopfsteinpflaster als auf normalen Asphalt? Wieviele Watt sind da mehr nötig? Gibt es da irgendwelche Zahlen?

Kann man sich das so vorstellen, als ob man ganze Zeit einen leichten Anstieg hinauffährt ?

Warum sind schwere Fahrer im Vorteil? Weil sie bessere Bodenhaftung haben oder weil sie einfach mehr Watt treten können?



Geschrieben von horgel am 28.02.2007 um 06:42:

  RE: Kopfsteinpflaster für Dummys

Zitat:
Warum sind schwere Fahrer im Vorteil? Weil sie bessere Bodenhaftung haben oder weil sie einfach mehr Watt treten können?


Beides. Mehr Watt ist immer gut smile
Und der mit mehr Watt einhergehende Gewichtsvorsprung ist hier, solange es flach bleibt nicht hinderlich sondern hält das Hinterrad länger auf dem Asphalt und ermöglicht es besser die Power auf die Strasse zu bringen.

Leichtere Fahrer springen mehr über die Hubbel und haben weniger Bodenkontakt.
Ausserdem ist ein robuster Körperbau beim Abfangen der Schläge eindeutig ein Vorteil.



Geschrieben von hawkeye_76 am 28.02.2007 um 09:23:

  RE: Kopfsteinpflaster für Dummys

irgendwo hatte ich auch mal Zahlen gelesen, wieviel da ins "Leere" getreten wird. Waren das 30 %? *herumrätsel*



Geschrieben von RüCup am 28.02.2007 um 15:13:

  RE: Kopfsteinpflaster für Dummys

in irgendeiner procycling hab ich mal gelesen, dass übers KSP zu fahren genauso viel energie kostet, wie n berg hoch zu fahren. wie der genaue zusammenhang war, krieg ich nicht mehr zusammen, auch keine zahlen.

ist doch klar warum groß + schwer = besser auf KSP... mehr bodenhaftung, weniger springen über die huppel.



Geschrieben von Bugno am 28.02.2007 um 15:48:

  RE: Kopfsteinpflaster für Dummys

Ich bin ja kein Physik-Genie, aber müsste nicht auch mehr Gewicht=mehr Rollwiderstand bedeuten? *herumrätsel*



Geschrieben von zabelfan am 28.02.2007 um 15:55:

  RE: Kopfsteinpflaster für Dummys

Also wenn mich meine Vorstellung jetzt nicht trügt wäre es ein Vorteil überhaupt Rollwiderstand zu haben. Ein leichter Fahrer bringt weniger Bewegungsenergie mit und wird so beim anecken an einen Pflasterstein mehr nach oben katapultiert als sein schwerer Gegner. Der ist schneller wieder auf dem Boden angekommen und kann seine Kraft auch wieder umsetzen. Das sind zwar wahrscheinlich nur Bruchteile von Sekunden, aber vielleicht sind die ja entscheident bei so vielen Steinen...- Ist halt nur eine Theorie.



Geschrieben von teufelsberg am 28.02.2007 um 15:56:

  RE: Kopfsteinpflaster für Dummys

der eigentliche rollwiderstand spielt m.E die geringste rolle.
der ist von der oberfläche der steine abhängig, dass muss ja nicht schlechter sein als asphalt, etliche steine sind vor allem feucht erheblich glatter.

du wirst ständig durchgeschüttelt, fährst gegen steinkanten, das hinterrad geht hoch und damit der grip verloren etc.
da ist eine starke konstitution von vorteil.

ich wohne ja hier in einem top-trainingsgebiet ( großes Grinsen ), bestimmt klasse drei. allerdings weiche ich nahezu immer (wenn nicht gerade mal p-r läuftzahnlos ) auf nachbarstrassen oder gar radwege geschockt aus.

es ist wirklich erstaunlich, so lange man ein hohes tempo halten kann, geht es eigentlich ganz gut. man "fliegt" eben über die steine.
und dafür braucht es richtig viel kraft.



Geschrieben von Bugno am 28.02.2007 um 15:58:

  RE: Kopfsteinpflaster für Dummys

Ich hab ja in meiner Radfahrerzeit (da hatte ich 65 Kilo) immer einen großen Bogen um solche Strecken gemacht, drum kenn ich mich nicht aus! Sturzvogel



Geschrieben von kuestentanne am 28.02.2007 um 16:58:

  RE: Kopfsteinpflaster für Dummys

Sicher hängt der Rollwiderstand auch von der Masse ab.

Fr = d/R * Fn

Fr Rollwiderstand

d Verschiebestrecke

R Radius

Fn Normalkraft (hier steckt die Masse drin, den Kraft = Masse * Beschleunigung)

Laut Wikipedia ist der Rollwiderstand auf Kopfsteinplaster übrigens 3 mal so hoch wie auf normalen Asphalt.



Geschrieben von Pedalritter am 28.02.2007 um 17:05:

  RE: Kopfsteinpflaster für Dummys

Ich denk die Konstitution ist am wichtigsten beim KSP fahren, wie es einem körperlich und geistig mit der Zeit zermürbt.

Schwere Fahrer haben da sicher Vorteile, aber nicht jeder schwere Fahrer kann P-R gewinnen. Den zusätzlichen Vorteil der höheren Trägheit könnten leichte Fahrer ausgleichen, in dem sie breitere Reifen mit weniger Luftdruck fahren würden. Leider ist wegen der Geometrie der Rennmaschinen bei 700x28c Schluss, wenn nicht schon bei 700x25c.

Komme auch aus Berlin nd muss sagen, wir haben hier KSP-technisch wirklich alles zu bieten. Wir könnten durchaus Abschnitte nach Frankreich exportieren im Tausch gegen glatte und schnelle Strassen. zahnlos



Geschrieben von Bugno am 01.03.2007 um 06:01:

  RE: Kopfsteinpflaster für Dummys

Warum ist Bodrogi dann nicht weltbester KSP-Fahrer? Warum hat Hushovd noch nie Paris-Roubaix gewonnen? (Na gut, Hushovd geht jenseits der 200 km immer die Luft aus).

Warum sind Gilbert, Nuyens, Hoste, Gusev (alle nicht einmal 70 Kilo) so gut? *herumrätsel*



Geschrieben von blaho am 01.03.2007 um 07:46:

  RE: Kopfsteinpflaster für Dummys

Zitat:
Original von Bugno
Warum sind Gilbert, Nuyens, Hoste, Gusev (alle nicht einmal 70 Kilo) so gut? *herumrätsel*


Schwere Räder? großes Grinsen

Nee, ich denke zum einen hilft natürlich ein höheres Körpergewicht und mehr Kraft, zum anderen ist es aber auch eine mentale Frage. Wie bei allem macht man eben nur das richtig gut, was man auch gerne macht.

Ich selbst fahre wenn ich gut in Form bin recht gerne Kopfsteinpflasterpassagen, weil ich weiss, dass ich dort massig Leute hinter mir lassen kann. Wobei ich aber auch noch nie auch nur annähernd eine Länge wie die von P-R gefahren bin. Da würde ich wohl auch den Spass dran verlieren.



Geschrieben von horgel am 01.03.2007 um 09:37:

  RE: Kopfsteinpflaster für Dummys

Es gibt auch recht gewichtige Fahrer, die am Berg gut sind oder das Gegenteil, Leichtgewichte die im Berg nicht Ihren Vorteil asusspielen können.

Das Gewicht gibt Vor/ Nachteile und setzt bestimmte Grenzen. Einen 60KG Kopsteinpflaster-Spezialisten wird man wohl kaum finden. Genauso wenig wie einen 90kg schweren Berggott.

Bei Kopfsteinpflaster kommen auch noch zwei wichtige Punkte Hinzu: Wie oben schon gesagt das Mentale, also die Fähigkeit diese Spezielle Tortur zu verdauen und einen angepassten Fahrstil / Sitzposition um die Schläge besser abzufangen und "elastischer" auf dem Rad zu sitzen (anstatt jeden Hubbel voll auszusitzen).



Geschrieben von RüCup am 01.03.2007 um 13:25:

  RE: Kopfsteinpflaster für Dummys

letztendlich muss man auch die hohen wattzahlen über die ganze länge des KSP's treten können müssen. vielleicht am ehesten vergleichbar mit den helligen ? ob ich jetzt 2km berghoch 450 watt treten muss, oder 2km auf KSP macht warscheinlich nicht so den unterschied... ich kann es auch nicht so genau erklären...



Geschrieben von Horatio am 01.03.2007 um 15:09:

  RE: Kopfsteinpflaster für Dummys

Zitat:
Das Gewicht gibt Vor/ Nachteile und setzt bestimmte Grenzen. Einen 60KG Kopsteinpflaster-Spezialisten wird man wohl kaum finden. Genauso wenig wie einen 90kg schweren Berggott.



Hab ich letztens beim Durchstöbern alter Ergebnislisten entdeckt: Klöden war vor Jahren mal bei P-R am start rolling on the floor laughing


Einige Punkte will ich noch ergänzen: Zum einen ist Technik wichtig, gute Radbeherrschung insbesondere. Zum anderen braucht es auch einen Riesenmotor, der es ermöglicht, die ständigen Positionskämpfe in Belgien und bei P-R zu überstehen. Man muss in Prinzip immer vorne fahren um erfolgreich zu sein, was aber ca. 200 andere Fahrer auch versuchen. Das zermürbt ohne ende.


Forensoftware: Burning Board 2.3.6, entwickelt von WoltLab GmbH