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Geschrieben von Michelin-Männchen am 20.05.2013 um 13:14:

  Der Schmerz ist das Ziel

Zitat:
Wie kann ein normal vernünftiger Mensch so eine Freiluft-Quälerei gut finden, zumal er den ganzen Tag nur geschimpft, gejammert, geflucht hat? Die Frage könnte auch lauten: Warum rudern Menschen über den Atlantik, warum schleifen sie einen Gepäckschlitten quer durch Grönland, laufen Marathon, schwimmen längs durch den Bodensee, klettern auf Berge oder wandern vom einen zum anderen Ende der Welt? Vielleicht verleitet die frische Luft dazu, im Freien anstrengenden Unsinn zu treiben. Was macht den Reiz der Outdoor-Leiden aus?

Es sind die Schmerzen selbst: Menschen treiben seltsame Dinge im Freien, gerade weil es weh tut, weil es schmerzt und hässlich anstrengend ist. Durch den immensen Aufwand ist die Verklärung dieser bekloppten Unternehmungen garantiert: Je höher die Anstrengungen für etwas sind, desto leichter fallen Menschen Gründe dafür ein, die Sache großartig zu finden. So verwandelt sich eine Quälerei durch Regen, Schnee und Schlamm in eine Heldengeschichte. Natürlich trägt auch die Kulisse der Natur dazu bei, Selbstmitleid in esoterisch anmutende Verklärung umzumünzen.

SZ



Geschrieben von Barus am 20.05.2013 um 13:52:

  RE: Der Schmerz ist das Ziel

Ich glaube, der verwechselt Weg und Ziel...



Geschrieben von falzarego am 20.05.2013 um 19:12:

  RE: Der Schmerz ist das Ziel

Bier siehe unten



Geschrieben von Riedberg am 20.05.2013 um 19:56:

  RE: Der Schmerz ist das Ziel

Der Vortrag ist zu kompliziert. Leider habe ich nicht ganz verstanden was ist das...Ziel ?!
Und das: "Menschen treiben seltsame Dinge im Freien, gerade weil es weh tut" finde ich total übertrieben oder es geht um...Masochisten ?!



Geschrieben von renner am 21.05.2013 um 18:17:

  RE: Der Schmerz ist das Ziel

Zitat:
Original von Barus
Ich glaube, der verwechselt Weg und Ziel...



Der ist gut!

Wenn der Schmerz nur (bewusst in Kauf genommener) Weg, aber nicht Ziel sein kann (außer bei einem Masochisten), also eine Verwechslung stattfindet, bleibt die Frage, unter welchen sportlichen Bedingungen auch ein Weg als Ziel bestimmbar ist. Der Text blendet die Frage aus- und ist wahrscheinlich genau deshalb kein guter Text. Es sei denn, er beschreibt Tätigkeiten, die von vorneherein diese Möglichkeit ausschließen. Aber das scheint nicht unbedingt der Fall zu sein.



Geschrieben von Donishäusle am 22.05.2013 um 11:08:

  RE: Der Schmerz ist das Ziel

Zitat:
Original von renner
Wenn der Schmerz nur (bewusst in Kauf genommener) Weg, aber nicht Ziel sein kann (außer bei einem Masochisten), also eine Verwechslung stattfindet, bleibt die Frage, unter welchen sportlichen Bedingungen auch ein Weg als Ziel bestimmbar ist. Der Text blendet die Frage aus- und ist wahrscheinlich genau deshalb kein guter Text. Es sei denn, er beschreibt Tätigkeiten, die von vorneherein diese Möglichkeit ausschließen. Aber das scheint nicht unbedingt der Fall zu sein.


Offenbar findet der Autor man sollte nur gut gewärmt mit Pantoffeln am Ofen sitzen, vielleicht gerade noch gelegentlich ein Spaziergang im mässigem Schritt zur Erquickung.
Ausserdem bedingt sich das gar nicht. Der Schmerz ist gar nicht entscheidend, sondern die Anstrengung...Eine meiner prägenden Erfahrungen war sicher der grosse Rucksacklauf 2009. Da hab ich mich die ganze Zeit grossartig gefühlt.
Letztes Jahr war es nur der Kleine, mangels Form und bei -17Grad aber wirklich schmerzhaft. Ich kann jetzt nicht sagen, dass das so viel besser gewesen wäre.....verletzt sein



Geschrieben von renner am 22.05.2013 um 18:27:

  RE: Der Schmerz ist das Ziel

---------



Geschrieben von Camerig am 22.05.2013 um 19:31:

  RE: Der Schmerz ist das Ziel

Schmerz ist nicht das Ziel, sondern der Stolz "etwas" geschafft zu haben.

Für jede weitere Diskusion hier braucht man ja anscheinend einen Doktor Titel. ulle (duckundwech)



Geschrieben von renner am 22.05.2013 um 20:09:

  RE: Der Schmerz ist das Ziel

@camerig
Damit du deinen Schmerz besser ertragen kannst, habe ich Abhilfe geschaffen. Du darfst also stolz sein, etwas geschafft zu haben.

@Donishäusle
Nochmals Danke für die Anregung!



Geschrieben von Camerig am 23.05.2013 um 11:56:

  RE: Der Schmerz ist das Ziel

Meine Aussage bezog sich nicht auf deine Aussage, deswegen verstehe ich dich erlich gesagt gerade nicht. Das war nur meine Grundsätzliche Meinung zu dem Thema. Ich dachte das wird deutlich volltrottel



Geschrieben von Riedberg am 23.05.2013 um 12:14:

  RE: Der Schmerz ist das Ziel

Dass der Schmerz das Ziel sein sollte finde ich etwas überzogen.
Ich mache auch Sport allerdings um Spass zu haben und nicht Schmerzen.



Geschrieben von renner am 23.05.2013 um 18:03:

  RE: Der Schmerz ist das Ziel

Zitat:
Original von Camerig
Ich dachte...



Leicht von der Lust nimmt sich der Schmerz ein Pfand
(Victor Hugo)

http://www.youtube.com/watch?v=gnyEipZZQew


Weiter kann ich Dir nicht entgegenkommen, Sch...kerl!



Geschrieben von Donishäusle am 24.05.2013 um 11:48:

  RE: Der Schmerz ist das Ziel

Auch aus dem Artikel:

"Demnach handelt es sich um eine zutiefst spirituelle Erfahrung. Und die Erfahrung von Ehrfurcht, so berichteten Psychologen um Melanie Rudd jüngst in Psychological Science, dehne das Zeiterleben in die Länge, versetze die Menschen ins Hier und Jetzt, fördere das Wohlbefinden und lindere empfundene Ungeduld."

Dem kann ich wiederum nur zustimmen. Schon bedauernswert, wenn man wie der Schreiberling so etwas nie erfahren wird.
Und weil es durchaus passt noch ein Filmchen.

Klick

Der Blick in die Gesichter der Teilnehmer am Ende sagt genug....smile



Geschrieben von falzarego am 24.05.2013 um 13:55:

  RE: Der Schmerz ist das Ziel

Schmerz als Ziel? Trainingsschmerzen sollen doch lehren, übermäßigen, unnötigen Schmerz auszugrenzen! Klar, sich-quälen-können gehört zum Sport, doch den Schmerz als Ziel? Wirkt irgendwie pervers!



Geschrieben von renner am 24.05.2013 um 16:10:

  RE: Der Schmerz ist das Ziel

Großer Respekt vor den 100km im Schwarzwald! Als Pfand gibt’s dort doch nur Todeskampfhügel.

Zum Schmerz als Ziel. Man gehe einfach davon aus, dass es den objektiven Schmerz sportlicher Anstrengung gar nicht gibt. Kann man das? Ich glaube, ja. Der Schmerz ist doch gar nicht ohne das Verhältnis bestimmbar, den man als Akteur zu ihm hat- oder gewinnt.

So betrachtet könnte man mit Recht behaupten, dass eine angemessene Bewältigung von Schmerz zum selbstverständlichen Bestand der Zielsetzung (einer schweren Prüfung) gehört. Und zwar auf einem Feld, das sich zwischen spielerischer Bewältigung (immer gut gefühlt- oder mit ‚Souplesse’) und einem heroischen Umgang erstreckt. (Quälen bis zur absoluten Grenze. Denn wer gibt schon gerne auf.) Dieses Terrain wird im Extremsport meist auch in Gänze durchschritten. Die Bereitschaft dazu definiert vielleicht sogar den Extremsport.



Geschrieben von falzarego am 24.05.2013 um 18:12:

  RE: Der Schmerz ist das Ziel

Wer den Mut aufbringen kann, z.B. 100 km auf Ski zu laufen, weiß, dass dies Schmerzen mit sich bringt. Und weil er dies weiß, tut er es. Doch sein Ziel ist nicht der Schmerz, es ist wesentlich höher gesteckt....denn der Schmerz kann lange Zeit fordernder Begleiter sein.Und fällt am Ende ab.



Geschrieben von renner am 27.05.2013 um 08:36:

  RE: Der Schmerz ist das Ziel

Immerhin fußen all die großen Bedeutungsgehalte, die mit Extremsport verbunden werden auf der Voraussetzung, dass die Arena eines inneren Kampfplatzes eröffnet wird. Und der Schmerz ist die Eintrittskarte in diese Arena - und die besondere Dramaturgie des Kampfes gegen sich selbst.

Im Übrigen ließen sich die großen Bedeutungsgehalte gar nicht als alternative Ziele definieren. Kein Extremsportler dieser Welt würde sagen. Mein Ziel ist 1. Die Erfahrung eines gesteigerten Lebens. 2. Eines gesteigerten Selbst - es darf auch ein wenig spirituell sein. 3. Unbedingt das ganz große Wohlbefinden danach. Der hätte einen an der Klatsche! Nicht, weil er solche Dinge über das „rein Sportliche“ hinaus ins Spiel bringt, sondern weil er sie als Ziele ausgibt. Er weiß nämlich, dass sich solche Dinge ereignen können. Aber eben auch nicht!

Insofern gäbe es nur ein Ziel, das sich plausibel formulieren ließe: Sich auf etwas einzulassen, von dem man glaubt, dass es mehr ist als „nur“ Sport. Also mehr als die Welt, in der üblicherweise von Zielen die Rede ist. Und ob man sie erreicht oder nicht. (Was vielleicht einer der Gründe ist, warum die sportlichen Freunde der Pharmazie eher die Schmerzfreiheit als Ziel favorisieren)

Wenn man sagt: Der Schmerz ist das Ziel, wäre das immerhin bescheiden. Denn es handelt sich um etwas, das (nicht nur) im Extremsport unausweichlich ist. Selbst wenn man das Ziel hat, ein Lächel-Marathoni zu bleiben. Weil es der Korrektness des Vernünftigen entspricht. Der Extremsportler aber lässt sich auf etwas ein, das auch ganz anders ausgehen kann. Und vielleicht kann er auf die großen Dinge nur hoffen, wenn er kein definites Ziel hat. (Also eines, das jeden Preis rechtfertigen könnte) Außer, die Eintrittskarte zu lösen. Für einen Kampfplatz, der vielleicht mehr bietet als nur Kampf. ziehe den hut



Geschrieben von Barus am 27.05.2013 um 14:00:

  RE: Der Schmerz ist das Ziel

Wirklichen Extremsport mit Nahtoterfahrung betreibe ich ja nicht.
ABER: wenn ich z.B. den GP Schwarzwald Marathon mitgefahren bin, dann um
  1. es zu schaffen
  2. schneller als im Vorjahr zu sein
  3. schneller als die Kollegen zu sein
  4. mich an jeder Verpflegungsstelle mit leckerem Mohnzöpfen zu belohnen
  5. ...


Sicherlich gehört auch ein Blick auf die Landschaft dazu, oder auch die Anstrengung. Evlt. sogar Schmerz, aber ganz sicher nicht als primäres oder alleiniges Ziel. Da könnte ich auch zu Hause bleiben und mir Verletzungen aller Art zufügen...

Schade eigentlich, dass den GPS nicht mehr gibt.



Geschrieben von renner am 27.05.2013 um 14:25:

  RE: Der Schmerz ist das Ziel

Zitat:
Original von Barus
Wirklichen Extremsport mit Nahtoterfahrung betreibe ich ja nicht.


Was? Ich hab auf dem Hometrainer immer eine Nahtod-Erfahrung! Ich schaue mir von der Decke aus zu und denke: Da willst du nie mehr hin! ojojojoj



Geschrieben von Riedberg am 27.05.2013 um 14:30:

  RE: Der Schmerz ist das Ziel

Die Diskussion ist sehr interessant leider führt nirgendwo.
Keine Unterhaltung, ist unser Amateursport auch (stimt ?), kann als Ziel Schmerz haben, es wäre absurd und unrealistisch. Kein normaler Mensch kann eine ...Schmerzsucht haben. Nicht mal die Extremsportler die sicher ganz nah an dieser Erfahrung sind.


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