Outside Pro Tour
Im Vergleich zu 2004 und 2005 hielt sich die Equipe zum Saisonauftakt überraschend zurück. Es gab keine Avancen, den Titel von Voigt bei der Mittelmeer-Rundfahrt zu verteidigen. Weder er noch seine Mitstreiter konnten sich auf vordere Plätze schieben. So musste man sich länger als üblich gedulden, um den ersten Sieg von CSC für 2006 zu notieren.
Julich kam dem bezeichneten Ziel beim Prolog der Tour of California (2.1) schon recht nahe, musste sich aber seinem Landsmann Leipheimer beugen. Auch Zabriskie suchte an der Westküste seine Chancen - beim Zeitfahren, aber Landis erwies sich als schneller. Hinter ihm landete Julich auf dem dritten Platz. Auch O´Grady hoffte, einen Sieg in Übersee zu erzielen. Mehr als ein dritter Tagesrang war aber nicht drin. Schließlich begnügten sich Zabriskie als Zweiter und Julich als Dritter mit dem Erreichen des Abschlusspodiums. Beim zweiten Amerika-Abstecher der Saison, zur Tour of Georgia (2.HC), dankte Michaelsen seine Nominierung mit dem Sieg bei der ersten Etappe. Zabriskie erreichte zudem beim Zeitfahren den dritten Platz.
Während sich das Team im Vergleich zu 2004 und 2005 bei der Mittelmeer-Rundfahrt und bei Paris-Nizza zurückhielt und die Gesamtsiege nicht wiederholte, wollte man sich beim dritten Eckpfeiler der Frühsaison, dem Criterium International (2.HC), sich dann doch nicht lumpen lassen. Es bedurfte aber schon des Paradepferdes der Equipe, um den ersten großen Erfolg des Jahres einzufahren. Basso schockte seine Kontrahenten im Hinblick auf die GTs mit einer sehr starken Leistung. Seine schlechteste Platzierungen waren jeweils zweite Ränge beim Zeitfahren und bei der Flachetappe. Die Bergetappe entschied er zu seinen Gunsten und war logischerweise Gesamtsieger der Mini-Tour. Der Gewinn bei der prestigeträchtigen Kurzrundfahrt entschädigte für einen matten Saisonstart des Teams, der sich aber mit der Fokussierung auf die großen Rundfahrten (man hatte bei CSC das hehre Ziel, alle drei GTs zu gewinnen) erklären ließ.
Bereits bei Circuit de Sarthe (2.1) fand das nächste Zeitfahren statt, das er gewann. Basso bewältigte die 8,8 km am schnellsten. Den zweiten Platz belegte Vandborg. Der Däne erreichte das Abschlusspodium im Übrigen als Dritter, während Basso der vierte Platz blieb.
Einen weiteren Tagessieg konnte CSC im Mannschaftszeitfahren - traditionell eine starke Disziplin der Equipe - bei der Settimana Internazionale Coppi e Bartali (2.1) feiern. Zabriskie, F. Schleck, Piil Storm, Blaudzun, Sörensen sowie Alan Johansen und VandeVelde waren an der Realisierung des Erfolgs beteiligt.
Den ersten Sieg bei einem Eintagesrennen erzielte ausgerechnet Sastre. Der Spanier, dessen Stärken sicherlich eher bei den Rundfahrten und speziell den Anstieg der Bergetappen zu suchen sind, konnte im Finish der Klasika Primavera (1.1) aus einem Führungsquartett einer jedoch sehr bergreichen Strecke Cunego im Schach halten.
Bei der Tour de Qatar (2.1) errang Breschel einen dritten Etappenrang. Mit selbigem Ergebnis beendete der Däne den GP Samyn (1.1). Er steigerte sich bei der zweiten Etappe der „Driedaagse van West Vlaanderen“ (2.1), als er den zweiten Rang hinter Robbie McEwen einstrich. Trotz eines Sturzes im Finale der letzten Etappe belegte der Youngster den dritten Gesamtplatz. Dennoch musste er seine erlittenen Blessuren im Hospital stationär behandelt lassen und fiel längere Zeit aus. Dies war insofern bedauerlich, da er einen Lauf zu haben schien. In Zukunft könnte er für das Rennen in Flandern zu einer Alternative heranwachsen. In der jungen Radsportsaison war er sicherlich ein teaminterner Gewinner.
Im belgischen Frühjahr brillierte auch Kroon, der beim Pfeil von Brabant (1.1) eine gute Mannschaftsleistung mit dem zweiten Platz krönte.
Johansen, der auch für gute Ergebnisse bei den flämischen Frühjahresklassikern eingeplant war, rehabilitierte sich beim GP Herning (1.1) für eine unauffällige Leistung Wochen zuvor. Mit einem großen Vorsprung sicherte er sich den Pflichtsieg für sein Team im heimischen Dänemark.
Maßgeblich war Johansen daran beteiligt, dass die Tour de Luxemburg (2.HC) zum Erfolg von CSC wurde. Zunächst gewann er die zweite Etappe, dann erreichte er im Verlauf der Rundfahrt noch einen zweiten Tagesplatz. Im Klassement belegte er am Ende den dritten Rang. Übertroffen wurde er von VandeVelde, der die Rundfahrt gewann. Ihm blieb ein Etappensieg versagt, lediglich einen dritten Platz bei einem Abschnitt schaffte er.
Voigt, der sich 2006 mehr als in der Vergangenheit üblich in den Dienst anderer Teamkollegen stellte, wusste deutlich seltener durch eigene Erfolge in der ersten Saisonhälfte zu gefallen. Deswegen dauerte es bis zum 15. Juni 2006, bis er seinen ersten eigenen Saisonsieg zelebrierte. Diesen gab es bei der vierten Etappe der STER Electrotour (2.1) zu bestaunen. Auch sein zweiter Rang im Einzelzeitfahren darf in der Aufzählung nicht fehlen.
Arvesen erreichte ebenso einen zweiten Platz bei der zweiten Etappe dieser Rundfahrt. Der größere Erfolg des Skandinaviers bestand allerdings im Gesamtsieg der Electrotour. Der Norweger schaffte ferner etwas weiter südlich den zweiten Etappenrang bei der Tour de la Régione Wallone (2.HC). Dieser bildete die Grundlage für den dritten Platz im Klassement dieser Tour.
Bei der Bayern-Rundfahrt (2.HC) hatte CSC einiges zu verteidigen, da besonders Voigt in diesen Breiten- und Längengraden in der Vergangenheit mit guten Leistungen nicht geizte. Er befand sich aber während der letztjährigen Austragung im Einsatz beim Giro. Statt seiner rückte Müller in den Mittelpunkt, der bei der dritten Etappe einen zweiten Rang erreichte. Podiumsplatzierungen war in Bayern für CSC fast die Regel: Bak wurde Tagesdritter bei der zweiten Etappe ebenso wie Luke Roberts, der dieses Resultat bei der fünften Etappe davon trug. Im Klassement wurde er Dritter.
Andy Schleck wollte seinem älteren Bruder nicht in allen Belangen nachstehen. Deswegen schien er bei der Sachsen-Tour (2.1) sehr motiviert zu sein. Zunächst glänzte er bei der dritten Etappe, als er als Sieger ins Ziel kam, dann beherrschte er Linus Gerdemann in der Zielpassage der Abschlussetappe und feierte einen zweiten Tagessieg im Osten Deutschlands.
Man könnte meinen, dass beim Heimspiel des Teams in Dänemark O´Grady die zentrale Figur des Teams war. Tatsächlich belegte er bei den sechs Etappen der Post Danmark Rundt (2.HC) stets einen Platz unter den ersten Fünf und im Klassement wurde er Zweiter. Dennoch wird er mit dem Schicksal mehrfach gehadert haben, da er keine Etappe gewann. Neben zwei zweiten realisierte er zwei dritte und zwei fünfte Ränge. Mehr Fortune hatte da schon Cancellara, der nur zwei Etappen – darunter das Einzelzeitfahren – sowie die Gesamtwertung gewann.
O´Grady erreichte bei Paris-Bourges (1.1) den dritten Platz. Diesen errang er, als das Hauptfeld den Ausreißer Thomas Voeckler nicht mehr stellen konnte.
Der Luk Cup (1.1) stellt eine Besonderheit im Terminkalender des Radsports dar. Jeweils zwei Fahrer einer Mannschaft starteten als Duo zum Zeitfahren. CSC entsandte die Kombination Cancellara/F. Schleck, die hinter Markus Fothen/Sebastian Lang den zweiten Platz belegten.
Ljungqvist steuerte ebenfalls einem Etappensieg der Jahresausbeute bei. Dieser kam bei der zweiten Etappe der Rundfahrt Paris-Corrèze (2.1) zustande.
Nach der Deutschland-Tour befand sich der Motor von Voigt offensichtlich auf Hochtouren. Am Wochenende nach dieser Rundfahrt standen zwei Eintagesrennen auf dem Programm. Voigt startete bei beiden – und siegte. Bei der TEAG Hainleite Erfurt (1.1) distanzierte er seine Konkurrenten ca. 30 Kilometer vor dem Ziel und fuhr einem ungefährdeten Sieg mit 41 Sekunden Vorsprung entgegen. Beim Sparkassen Giro Bochum (1.1) wiederholte sich die Szenerie. Auch hier war er nicht zu stoppen und steuerte überlegen als Solist dem Sieg entgegen.
Sein Stallgefährte Piil Storm versuchte, den GP Industria Commercio e Artigianato Carnaghese (1.1) zu gewinnen. Es sah lange Zeit gut für ihn aus, die Entscheidung musste zwischen ihm und Felix Cardenas fallen. Dieser hatte schließlich die besseren Beine und Nerven, so dass er gewann.
Bei der Tour of Britain (2.1) sorgte Martin Pedersen gleich für einen Paukenschlag. Er bildete mit Luis Pasamontes sowie Matthew Goss ein Trio, das mit knapp zweieinhalb Minuten Vorsprung das Rennen für sich entschied. Das Nordlicht konnte sich gegen seine Mitausreißer durchsetzen. Diese Etappe war für die Bildung der Gesamtwertung maßgeblich. Pedersen feierte in Großbritannien den größten Erfolg in seiner jungen Karriere, als er am Ende der Rundfahrt auf der höchsten Podiumsstufe stand.
Bei der Drei-Länder-Tour (2.1), der ehemaligen Hessen-Rundfahrt, zählte F. Schleck bei der ersten Etappe zu einem Ausreißertrio, das einen immensen Vorsprung sich herausarbeitete. Am Ende des Tages erreichte er den zweiten Platz. Die nächste Etappe gewann Kroon, nachdem er sich mit geringem Vorsprung von den Gegnern absetzte. Beim Zeitfahren schlug die Stunde der Deutschen im Team. Müller wurde Zweiter, während es für Voigt zum dritten Rang reichte. Roberts löste sich beim vierten Abschnitt der Tour aus einer Spitzengruppe, um somit einen Sieg unter Dach und Fach zu bringen, während Kroon einen zweiten Tagessieg feierte, als er als Solist die letzte Etappe gewann. F. Schleck belegte schließlich im Klassement den dritten Platz.
Den Trofeo Città di Borgomanero (1.1) wählte Andrea Peron als Saisonausstand. Gleichzeit beendete er bei diesem Zeitfahrwettbewerb, der von zwei Fahrern als Team bestritten wird, seine Karriere. Ihm zur Seite stand Gustov. Mit dem dritten Platz endete diese Veranstaltung für dieses Duo.
Vandborg erreichte beim Saisonausklang, den Chrono des Herbiers (1.1), einem Einzelzeitfahren den zweiten Platz. Dieses Ergebnis verwundert angesichts seiner sonstigen Saisonleistungen nicht.
Nationale Meisterschaften und Weltmeisterschaft
Apropos Zeitfahren: CSC verfügt über viele gute Rouleure. Gerade die nationalen Titelkämpfe im Kampf gegen die Uhr offerierten ihnen die Gelegenheit, möglichst viele verschiedene Meisterschaften zu feiern. Diesem Ziel kam Arvesen vorzüglich nach. Er besiegte bei den norwegischen Meisterschaften in der genannten Disziplin über 50 km die nationale Konkurrenz. Auch Cancellara hatte die nötige Fortune. Er wurde in der Schweiz den Erwartungen gerecht und tröstete sich mit dem Titel über die Nichtberücksichtigung bei der Tour hinweg.
Zu dem Zeitpunkt hatte man nicht unbedingt erwartet, dass in Dänemark der neue Meister Vandborg heißen würde, der sich gegen sämtliche Konkurrenz und auch gegen Johansen, der Dritter wurde, durchsetzte. Johansen hatte hingegen beim Straßenrennen das bessere Ende für sich. In der USA setzte sich Zabriskie erwartungsgemäß gegen die amerikanische Konkurrenz durch. Nie geriet der Erfolg in Gefahr, der auf einer Streckenlänge von 32,4 km zustande kam. Auch Peter Luttenberger blieb im Vergleich mit seinen Landsleuten Schnellster und ist einer von fünf nationalen Meistern im CSC-Kader.
Bei den schwedischen Meisterschaften im Zeitfahren errang Ljungqvist über die Strecke von 50 km den dritten Rang. Trotz der unübersehbaren Stärke nahezu aller Fahrer von CSC im Kampf gegen die Uhr blieb ihm gegenüber dem Francaise des Jeux-Duo Gustav Larsson und Thomas Lövkvist das Nachsehen.
Voigt konnte ebenfalls seinen Vorsatz nicht in die Tat umsetzen, den deutschen Titel zu gewinnen. Erneut waren wie 2005 im Zeitfahren Michael Rich und Lang in nur wechselnder Reihenfolge schneller. Beim Straßenrennen blieb Voigt ebenfalls das Nachsehen. Dass die Konkurrenz bei den Meisterschaften meist ihre zahlenmäßige Überzahl in die Waagschale wirft, um den Titel unter sich auszumachen, schmälerte für den meist als Einzelstarter fahrenden Voigt eh die Chancen. In Klingenthal aber war es ein Amateur, Dirk Müller, der allen ein Schnippchen schlug. Voigt wurde Dritter.
Ähnlich erging es Kroon in der niederländischen Heimat, der auch „nur“ den dritten Rang belegte. Die Schleck-Brüder hatten in Luxemburg gegenüber Kirchen das Nachsehen. Fränk wurde Zweiter und Andy Dritter.
Bei der WM im Einzelzeitfahren gaben die CSC-Fahrer in ihren Landestrikots eine Meistervorstellung. Cancellara gewann mit einem Riesenvorsprung vor Zabriskie die Goldmedaille. Vandborg verfehlte um vier Sekunden das Treppchen.
Zwischen den Speichen gesehen…
Die Saison von CSC ließ mal wieder kaum Wünsche offen. Vier PT-Wettbewerbe wurden gewonnen. Zudem wurden zwei zweite Plätze sowie drei dritte Plätze erreicht, wenn man einbezieht, dass Sastre wohl offiziell als Drittplatzierter bei der Grande Boucle gewertet wird. Zudem schafften 15 Akteure den Sprung in PT-Einzelwertung, davon blieben acht unter den ersten Hundert. Die Akteure sammelten 824 Punkte (vorbehaltlich einer dezidierten Auswertung unter Berücksichtigung der Disqualifikation von Landis ab der 16. Etappe der Tour de France).
Auch in der PT-Teamwertung gewann CSC überlegen mit 388 Zählern, so dass es an der Ausnahmestellung dieses Rennstalls nichts zu deuteln gibt. Dieser Erfolg wurde durch herausragende Leistungen in den Klassikern, also dort, wo nach Ansicht der Analysten ein Manko bestand, begünstigt. Es lassen sich praktisch keine Schwachpunkte feststellen. Man muss höchstens ansprechen, dass nicht alle Wettbewerbe der PT automatisch zu Top Ten Platzierungen führten. Lediglich bei den Vattenfall Cyclassics als auch bei der Baskenland-Rundfahrt ergeben sich Ansätze für leise Kritik, da dort eine vergleichsweise magere Ausbeute für die Verhältnisse des Rennstalls eingefahren wurde.
43 Saisonerfolge wurden erzielt. Alleine 17 davon gelangen in der Pro Tour. Es besteht eine große Breite im Team, da selbst Akteure gewannen, die in den PT-Rennen zu Helferzwecken eingesetzt wurden. Zudem gewannen fünf Fahrer die nationalen Titelkämpfe, so dass auch ein starkes Ergebnis bei der WM in der Disziplin nicht verwundert. Ein Nebenprodukt sind zudem die vier Mannschaftszeitfahren, die gewonnen wurden.
Aber auch mit der Entwicklung von jungen Fahrern wie Bak, Breschel, A. Schleck, Vandborg und Pedersen kann man sehr zufrieden sein, auch wenn sie nicht explizit in den Top Acht aufgeführt werden.
Es lassen sich kaum Mängel ausmachen. Lediglich Julich verfehlte die Vorgaben und knüpfte nicht an die Leistungen des Vorjahres an. Natürlich muss man auch vorsichtig bei der Einordnung der Erfolge von Basso sein, der zum Buhmann degenerierte und sicherlich trotz unterbliebener Anklage nicht als rehabilitiert angesehen werden darf. Deswegen werden die Leistungen des Rundfahrers mit Fragezeichen versehen
Kopfzerbrechen dürfte Riis eventuell das hohe Alter einiger Pedalisten bereiten. O´Grady, Voigt und Julich haben ein für Radsportler bald biblisches Alter erreicht. Dennoch sind sie momentan unverzichtbar. Andererseits muss man davon ausgehen, dass irgendwann bei ihnen der Zenit erreicht ist und die Erfolge nicht mehr reproduzierbar werden. Diesbezüglich muss die Teamleitung Vorsorge treffen und sich entsprechend umschauen, wie diese Problematik im Sinne des Rennstalls gelöst werden kann.
Das Kollektiv hat bisher gut funktioniert, aber man muss auch auf der Hut sein, zu glauben, dass es immer so weitergehen wird. Teamintern dürfen Mechanismen nicht einschlafen. Der Star von gestern muss sich als Domestike eingliedern, und es darf auch kein Neidfaktor entstehen. Gelingt dieser Balanceakt weiterhin, dann darf man sich auf weitere Erfolge freuen.
In der PT Einzelwertung wurde F. Schleck Dritter. Dieses Resultat ist die Folge guter Saisonleistungen des Luxemburgers. Basso wird auf dem neunten Platz geführt. Zu ihm muss nichts mehr gesagt werden. Sastre hielt der Dreierbelastung der GTs stand und wurde 12, während der Sieger von Paris-Roubaix, Cancellara, 22. wurde. Routinier Voigt folgt nach einer tollen Saison auf Platz 31, während O´Grady 41. wurde.
Kroon belegte den 44. Platz der PT-Einzelwertung, während dem Norweger Arvesen der Sprung auf den 81. Rang gelang. Zwei mannschaftsdienliche Fahrer folgen auf dem 108. Platz: Piil Storm und Cuesta. Zabriskie ist auf dem 128. Rang zu finden. 138. wurde Sörensen, der sich etwas bedeckt hielt. Julich wurde 165., während VandeVelde auf dem 175. Platz liegt. Den Abschluss bildet Gustov als 186.
Top Acht
F. Schleck – Cancellara – Voigt – Sastre – O´Grady – Kroon – Zabriskie – Arvesen
1. Schleck: Er gewann das Amstel Gold Race, dazu kam noch ein Sieg bei der prestigeträchtigen Etappe nach Alpe D´Huez. Weiterhin holte er beim Fleche Wallone, Lüttich-Bastogne-Lüttich, Lombardei-Rundfahrt, Paris-Nizza, Tour de Suisse sowie bei der Tour de France Platzierungen unter den ersten Zehn. Eine ganz starke Saison.
2. Cancellara: Ein gigantischer Sieg bei Paris-Roubaix. Dazu noch gute Ergebnisse in Flandern, bei Gent-Wevelgem und bei Zürich-Metzgete. Auch beim Zeitfahren war er meist top. Eindrucksvoll seine Fahrt zum WM Gold. Nur zur Tour de France hatte er einen Hänger und wurde nicht nominiert.
3. Voigt: Die Deutschland-Rundfahrt gewann er in beeindruckender Manier selbst. Dazu holte er eine Etappe bei der Tour de France. Auf einen möglichen Etappensieg beim Giro verzichtete er großzügig. Nur bei den Klassikern blieb ein starkes Resultat aus
4. Sastre: Drei GT´s in einer Saison – das geht doch nicht, geht doch. Der Spanier fuhr und fuhr und fuhr. Zweimal Platz Vier bei der Tour und Vuelta – bei der Tour am Ende noch Dritter.
5. O´Grady: Der Australier landete bei einer sonst durchschnittlichen Saison überraschend auf dem zweiten Rang bei Zürich-Metzgete und wurde Dritter bei Paris-Tours.
6. Kroon: Der Niederländer lebte bei CSC auf. Er stand auf dem Podium beim Fleche Wallone und brillierte mit guten Resultaten beim Amstel Gold Race und bei Tirreno-Adriatico.
7. Zabriskie: Der Amerikaner war wie gewohnt im Zeitfahren stark, allerdings dominierte er diese nur beim Dauphine Libéré. Bei der WM wurde er Zweiter. Die Saison war solide aber nicht überragend.
8. Arvesen: Hatte bei Paris-Tours nicht das entscheidende Quäntchen Glück, zudem wurde er Zehnter bei Gent-Wevelgem.
Keine Aufnahme in die Top Acht fand
Julich: Nicht so stark wie im Vorjahr. Hatte Verletzungspech bei der Grand Boucle.
Ausblick
Nach dem Theater um Basso und dessen mögliche Verwicklungen in den Skandal um Fuentes, zog der Rennstall auch trotz der zu erwartenden Einstellung des Verfahrens einen Schlussstrich unter diese Geschichte. Nach außen hin sollte sicherlich die Attitüde gewahrt bleiben, was angesichts speziell der Vergangenheit von Riis ohnehin nicht immer gelingt. Man muss davon ausgehen, dass der Sponsor diese Demission zur Bedingung gemacht, um sich selber bis 2008 bei dem Team zu verdingen.
Künftig geht es also ohne den bisherigen GT-Kapitän weiter. Der Rennstall wird versuchen, eine teaminterne Lösung vorzubereiten. Sastre bestritt 2006 alle drei GTs, zwei als Kapitän und beendete diese jeweils auf dem vierten Rang, durch Disqualifikation von Landis wurde er bei der Tour de France sogar Dritter. Es ist anzunehmen, dass er bei der Tour und bei der Vuelta auch in der nächsten Saison als Leader an den Start gehen wird. Beim Giro bietet sich ja evtl. F. Schleck als Alternative an, er kann sich als Gewinner der Saison fühlen, der als Zehnter bei der Tour und mit dem Etappenerfolg bei der Tour den Nachweis seiner Fähigkeiten geliefert hat.
Auch Voigt wird wieder angreifen, wenn er freie Fahrt erhält, ansonsten wird er sich – wie gehabt – dem Teamdiktat beugen und seinem jeweiligen Kapitän helfen. Bei ihm hat man den Eindruck, dass er im Alter immer stärker wird. Nach einer etwas schwächeren Saison könnte auch Julich wieder in den Kreis derer zurückkehren, die sich um Siege bei den Rundfahrten balgen.
Voigt kann aber auch Optionen bei den welligen Klassikern anmelden. Mit ihm, F. Schleck, Kroon, Arvesen und selbst Cancellara und O´Grady kann CSC variabel agieren. Das hat der Equipe einige Erfolge eingebracht. Im Fokus steht natürlich auch die Wiederholung des Triumphes bei Paris-Roubaix von Cancellara, der von einer starken Mannschaft durch die Hölle des Nordens hofiert wird.
Hingegen ist die Wiederholung des Mannschaftszeitfahrens schon jetzt fest eingeplant. Vermutlich wird die Formation sich nicht aus den acht stärksten Zeitfahrern zusammensetzen (Cancellara, Zabriskie, Julich, Voigt, Arvesen, Vandevelde, O´Grady, Bak) und dennoch haushoher Favorit sein.
Auf dem Transfermarkt verhielt sich CSC auffällig ruhig. Es wurden hoffnungsvolle Talente wie Matthew Goss oder Juan José Haedo neben dänischen Talenten verpflichtet. Zum Schluss der Kernzeit für Wechsel gab der Rennstall bekannt, dass man Alexandr Kolobnev von Rabobank holt. Der Russe ist ein ausbaufähiger Rundfahrer, hatte aber 2006 ein etwas schwächeres Jahr Nicht mehr dabei sein werden Luttenberger, Piil Storm, Peron, Lombardi sowie Müller, der sich in der zweiten Saison nicht so stark präsentierte.
Daneben muss man auch sehen, welche Auswirkungen das eigenwillige Programm zur Dopingbekämpfung haben wird. Riis hat ein umfangreiches System integriert, bei dem er einen Kritiker, Rasmus Damsgaard, beschäftigt, der zuvor CSC verdächtigte, mit unlauteren Mitteln zu arbeiten. Er soll mannschaftsintern ca. 800 Proben entnehmen. Dem Geldgeber ist das Programm einen finanziellen Zuschuss wert. Die Werte sollen am Ende der Saison veröffentlicht werden.
Inwiefern man Riis, der sich in seiner Karriere öfter Anschuldigungen ausgesetzt sah, als geläutert gilt, vermag man als Außenstehender nicht wirklich zu sagen. Zumindest gibt er sich so, wie auch das Abstimmungsverhalten in der IPCT-Sitzung beweist, als er für den Ausschluss von Discovery Channel stimmte. Womöglich war er aber auch nur gekränkt, dass sein ehemaliger Zögling eine Offerte des konkurrierenden Rennstalls akzeptiert hatte, so dass sein Voting persönliche Beweggründe hatte.
Nicht jeder der Bediensteten der Equipe ist von den Maßnahmen der Dopingbekämpfung angetan. Von Kroon ist bekannt, dass er sich über einige Vorgehensweisen in dieser Richtung nicht erfreut ist. Mal sehen, was sich diesbezüglich noch tut.
Zumindest kann man davon ausgehen, dass dem Rennstall vermutlich mehr an einem sauberen Radrennsport gelegen ist, als vordergründig nur eigene Erfolge im Blick zu haben. Die Mannschaftsmitglieder, die diese Ansicht nicht vertreten, werden ihre Gründe haben.
Ob CSC auch 2007 wieder die beste Equipe stellt, ist somit noch gar nicht so sicher. Bleibt der Erfolg aus, wird es ein Teil der Truppe auf die entstandene Unruhe schieben. Man fühle sich ungerechtfertigt verdächtigt. Außenstehende werden möglicherweise den Umkehrschluss bilden, dass jetzt, da die Equipe wohl sauber ist, eben keine Erfolge mehr möglich sind, ergo: vorher wurde gedopt.
Besieht man sich die Thematik mit der nötigen Ernsthaftigkeit, werden zwei andere Problemkreise offensichtlich. Wie genau und was überprüfen diese Tests? Es wird zwar eine Menge Wind um das System gemacht, aber möglicherweise ist das Tamtam nur ein paar Dezibel zu laut geraten, während die Kontrolle eher unzulänglichen Charakter haben. Wird ein Rennstall gewillt sein, einen eigenen Fahrer tatsächlich zu überführen? Das wäre zwar ein ethischer feiner Zug, aber dem stehen u.a wirtschaftliche Interessen entgegen. Und was passiert, wenn wirklich ein Akteur überführt wird?
Fragen über Fragen. Sie machen aber die Diskussion obsolet, ob CSC wieder die aus sportlicher Sicht erfolgreichste Mannschaft sein wird.
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o.T.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Steamboat: 23.02.2007 14:15.