Doping <=> Leistungsgesellschaft |
04.04.2007 15:41
horgel
unregistriert
Dabei seit: 14.02.2006
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| RE: Doping <=> Leistungsgesellschaft
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| Zitat: |
Original von Arno
Ja genau - aber warum hacken alle dann auf den Erwischten rum? Aus Scheinheiligkeit? |
Wenn sich jemand entgegen den Regeln Vorteile über diejenigen verschaft, die sich an die Regeln halten dann ist das Schlicht und Ergreifend Betrug.
Betrug muss bestraft werden, sonst verliert das ganze System seine Glaubwürdigkeit (das ist im Radsport passiert)
Selbst wenn man der Meinung ist das es nahzu alle anderen auch machen bleibt es immer noch Betrug. Wenn ich dope stelle ich andere vor die entscheidung ebenfalls zu betrügen und damit seiner Gesundheit zu schaden, oder eben immer benachteiligt zu bleiben.
Die Regeln sind nicht rein willkürlich, sondern haben einen Sinn: Sie sollen ein im wahrsten Sinne des Wortes ungesundes und unmesnchliches Pharmazie-Wettrüsten verhindern und schwächere, die nicht willens oder finanziell in der Lage sind dieser Entwicklung zu folgen schützen.
Da im Radsport diese Regeln aus "politischen" Willen nicht konsequent angewendet (abgesehen von den technischen Schwierigkeiten), ist der potentielle Betrügeranteil größer als der der "ehrlichen". Und damit bleibt der Radsport eine Farce...
Das hat alles nichts mit "Leistungsgesellschaft" zu tun:
Ich will Leistungen im Rahmen der Regeln sehen und nicht das was mit viel medizinischen Know How und einem haufen Geld (siehe Fuentes-Summen von Hamilton etc,) aus einem Körper ohne Rücksicht auf die Gesundheit herausgeholt werden kann.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von horgel: 04.04.2007 15:43.
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04.04.2007 15:42
teufelsberg
Legende der Landstrasse
Dabei seit: 25.07.2003
Herkunft: det ratste nie
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| RE: Doping <=> Leistungsgesellschaft
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| Zitat: |
Original von Michelin-Männchen
Zum Steuerhinterzieher bzw. Schwarzarbeiter ist ein interessanter Artikel in der BRAND1, im wesentlichen wird dort der volkswirtschaftliche Schaden angezweifelt. Wenn eine alleinerziehende Frau die Zeit zwischen Kita und ihrem Heimkommen durch eine schwarz angestellte Kinderbetreuung überbrückt, ist der volkswirtschaftliche Schaden geringer als wenn sie ihre eigene Arbeit aufgibt und von Sozialhilfe lebt, von den Spätfolgen für das Kind ganz zu schwiegen. |
als volkswirt fand ich es (so ca.2003) sehr kritisch, dass die schwarzarbeit (bei nullwachstum der offiziellen wirtschaft) abnimmt.
hauptpunkt ist aber die wegfallenden wertschöpfung, also die wohlfahrtsminderung.
hierfür ist es natürlich entscheidend, dass die aktivitäten "unschwarz" nicht geschähen. das trifft auf den nachbarschaftspfusch und unangemeldete kinder und altenbetreuung sicher zu, nicht jedoch für großverdiener und unternehmen.
"etwas" OT.
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04.04.2007 15:52
torte
Gast
Dabei seit: 05.04.2002
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Oh, toll!
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Ein Thread zum Leistungssport an sich!
Sportwettkämpfe ohne Zuschauer können zwei Ziele haben: eine absolute Bestleistung - also einen Rekord - oder eine relative Bestleistung - also einen Gegner zu bezwingen - zu erzielen.
Wer unter solchen Umständen zu leistungssteigernden Mitteln oder Methoden greift, betrügt entweder sich selbst oder seinen Gegner.
Sportwettkämpfe mit Zuschauern haben nur ein Ziel: Einen möglichst großen Unterhaltungswert für das Publikum zu bieten. Es geht nicht mehr um das Ergebnis, sondern um seine Inszenierung.
Der Zuschauer ist das Maß der Dinge - nur seine Gunst entscheidet über Millionengagen für Titel (wie im Fußball) oder Peanuts (wie im Curling). Das Talent oder die Leistung des Sportlers sind absolut relativ dazu - gleichbefähigte Baseballer werden in den USA Millionäre, in Deutschland Taxifahrer.
Es ist also genauso müßig wie auflagensteigernd, das Talent des einen gegen das eines anderen aufzuwiegen. Gewinnen wird, wer sich besser inszenieren kann. Ein "Sieger der Herzen" kann durchaus mehr verdienen als der Bestplatzierte...
Vom Sport "Reinheit" und "Ehrlichkeit" zu verlangen, ist so nachvollziehbar wie das Verlangen, dass Politiker "unbestechlich" und "unabhängig" sein sollen.
Allein, der Erfolg gibt einer solchen Berufsethik zu selten recht. Der betrügende Sieger passt besser in die Inszenierung als der ehrliche Verlierer. Floyd Landis geht in die Sportgeschichte ein, für den bestplatzierten "Ehrlichen" interessiert sich keine Sau.
Ok, Mrs. Flax ist die Ausnahme.
Insofern ist das Risiko beim Doping (abgesehen von den möglichen körperlichen Schädigungen) für Spitzenathleten eher gering. Gewinnen Sie und werden sie nicht erwischt, sind sie Helden. Gewinnen sie und werden Sie erwischt, sind sie gefallene Helden.
Aber immer noch besser, als gar kein Held zu sein.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von torte: 04.04.2007 16:03.
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04.04.2007 16:06
teufelsberg
Legende der Landstrasse
Dabei seit: 25.07.2003
Herkunft: det ratste nie
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| RE: Doping <=> Leistungsgesellschaft
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| Zitat: |
Original von Michelin-Männchen
Da gibt es dann schon einen Bezug zum eigentlichen Thema dieses Threads. Laut einer im genannten Artikel referenzierten Umfrage ist nur ein kleiner Teil der Bevölkerung (<20%) kategorisch gegen Schwarzarbeit. Analoges galt lange für den Radsport (und gilt evtl immer noch), bei dem Doping akzeptiert war, frei nach dem Motto, wenn es alle machen, gewinnt wieder der Stärkste. |
weil fast jeder (oder 80%) pfuscht oder in irgendeiner weise vom pfusch profitiert.
und wenn diese leistung sonst nicht erbracht bzw. sonst nicht nachgefragt würde, ist das fehlende unrechtsbewusstsein auch zu verstehen.
verständnis für einen unternehmer, der andere unternehmen schädigt und letztlich in den ruin treibt, ist sicherlich niedriger ausgeprägt.
natürlich spielt auch die information darüber eine rolle; was ich nicht weiß, kann mich nicht aufregen.
und nochmal die eigendarstellung: wer sich als sauber, ordentlich und rechtsstaatlich darstellt, erntet sicher mehr kritik beim bekanntwerden des gegenteils als jemand, der diies nicht tut.
früher gingen die sportler ja sehr nonchalant damit um, während heute viele gerade darauf ihre außendarstellung aufbauen.
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04.04.2007 16:10
Michelin-Männchen
zensiert

Dabei seit: 29.12.2001
Herkunft: Niedersachsen Fan von: Fahrradhelmdiskussio
nen
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| RE: Doping <=> Leistungsgesellschaft
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| Zitat: |
Original von teufelsberg
und nochmal die eigendarstellung: wer sich als sauber, ordentlich und rechtsstaatlich darstellt, erntet sicher mehr kritik beim bekanntwerden des gegenteils als jemand, der diies nicht tut.
früher gingen die sportler ja sehr nonchalant damit um, während heute viele gerade darauf ihre außendarstellung aufbauen. |
Die Sportler werden ja zu ihren Ehrenerklärungen gezwungen und drücken sich meist vor klaren Aussagen (Nie positiv, alte Geschichten etc.). Ist der Radsport durch diesen Druck sauberer geworden? Nicht mein Eindruck.
Achtung, das ist keine Meinungsäußerung, Doping grundsätzlich freizugeben.
__________________
2002: 4750 / 48300 / ?
2003: 4555 / 45125 / 22
2004: 1500 / 10160 / 7
2005: 2880 / 28210 / 19
2006: 1415 / 14000 / 11
2007: 3520 / 28750 / 15
2008: 6197 / 59940/ 31
2009: 2593 / 15620 / 9
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04.04.2007 16:19
Scout
Pavé-Experte
Dabei seit: 01.12.2006
Herkunft: Berlin Fan von: von gutem fairen Radsport
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| Zitat: |
Original von torte
Sportwettkämpfe mit Zuschauern haben nur ein Ziel: Einen möglichst großen Unterhaltungswert für das Publikum zu bieten. Es geht nicht mehr um das Ergebnis, sondern um seine Inszenierung. |
Finde ich überhaupt nicht. Sportwettkämpfe haben so oder so einen Unterhaltungswert. Und nicht der Unterhaltungswert ist das Ziel.
Solange es im Sport um Geld oder gleichwertige Dinge geht, wird es wohl Doping geben. Um das zu ändern, müßte es nur um die ehrliche Leistung ohne irgend welche Vergütungen gehen. Das wäre natürlich per se, für Sponsoren, TV etc uninteressant.
Es gibt genügend Sportarten, wo es keine Sponsoren oder öffentliches Interesse gibt, wo bestimmt nicht gedopt wird. Also könnte es auch funktionieren.
Für mich ist die Scheinheiligkeit der Medien & Funktionäre am schlimmsten. Alle, aber wirklich auch alle wissen, was da läuft, aber wenn einer erwischt wird, dann wird auf Ihn eingeprügelt.
Eigentlich müßte man die der Scheinheiligkeit überführen.
Fazit: In einer Leistungsgesellschaft wird immer gedopt und in Germony biste der Dumme, wenn Du Dich erwischen läßt. In anderen Ländern wird es schnell unter den Teppich gekehrt.
__________________ Gruß Scout
Besenwagen-info.de
me@last.fm
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04.04.2007 16:23
torte
Gast
Dabei seit: 05.04.2002
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| RE: Doping <=> Leistungsgesellschaft
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| Zitat: |
| Also identifiziere ich mich mit einem Sportler oder auch Team, das stellvertretend für mich erfolgreich sein soll. |
Nun ja, gilt nur bedingt. Ist Fairness und Ehrlichkeit bei der Auswahl, von wem jemand Fan sein möchte, tatsächlich von erstrangiger Bedeutung?
Die meisten orientieren sich doch eher regional oder national, mit wem sie fiebern. Ulle war/ist ein nationales Phänomen - 1997 hat kein Hahn danach gekräht, ob er "sauber" war oder nicht.
Dass er später als der "menschliche" und "ehrliche" Held konstruiert wurde, lag eher an seinem Gegenpol Armstrong (dem man das Gegenteil zusprach) und war wohl weitestgehend "Verkaufsstrategie" der Ullrich-Vermarkter.
Insofern wird er für etwas "gesteinigt", was ihm von den Medien nur angedichtet wurde - aber das läuft bei mir unter "Künstlerpech".
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04.04.2007 16:24
teufelsberg
Legende der Landstrasse
Dabei seit: 25.07.2003
Herkunft: det ratste nie
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| RE: Doping <=> Leistungsgesellschaft
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| Zitat: |
Original von Michelin-Männchen
Die Sportler werden ja zu ihren Ehrenerklärungen gezwungen und drücken sich meist vor klaren Aussagen (Nie positiv, alte Geschichten etc.). Ist der Radsport durch diesen Druck sauberer geworden? Nicht mein Eindruck.
Achtung, das ist keine Meinungsäußerung, Doping grundsätzlich freizugeben. |
nein.
aber die empörung über doper.
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04.04.2007 17:20
kuestentanne
Buten-Kieler

Dabei seit: 05.08.2002
Herkunft: Stockholm Fan von: THW KIEL
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Original von Scout
Es gibt genügend Sportarten, wo es keine Sponsoren oder öffentliches Interesse gibt, wo bestimmt nicht gedopt wird. Also könnte es auch funktionieren.
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Wird und tut es nicht.
Es gibt diese Sportarten ohne Interesse und wo man Geld bezahlen muss statt welches zu bekommen. Aber dopingfrei sind diese noch lange nicht. Oder meinetwegen auch andere Betrugsformen.
Ganz einfaches Beispiel, die Bodybuilder, kaum einer verdient sein Geld damit, die Dopingrate aber sucht seinesgleichen ...
__________________ Love people, use things, the opposite never works!
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04.04.2007 21:08
blaho
Weltmeister
Dabei seit: 23.07.2002
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Als ich mir vor ein paar Tagen die Schwimm WM angesehen habe, begleitet von Doping Vorwürfen gegen Ian Thorpe die "Legende", den "Superstar" und als Headlines:
Die Welt: Abgetaucht in die Bedeutungslosigkeit
Focus Online: Schwimm-WM Steffen & Co. scheitern
Sportal.de: Schwimm-WM wird zum Debakel für DSV-Herren
Die Zeit: Schwimm-WM: Deutsche Männer auf einem Tiefpunkt
Nochmal Die Welt: Schwimm-WM Desolate Vorstellung der Deutschen
Ganz offen: Ich könnte keinem verdenken, wenn er sich bis obenhin mit allem volldröhnt, was hilft und nachher zur Legende wird.
Was hier in der Presse und vom Verband an Druck gemacht wird, da muss sich doch keiner wundern. Sollen die Leute lieber Studium und Schule an den Nagel hängen und darauf hoffen, sauber so weit zu kommen, dass sie sich vom Sport für den Rest ihres Lebens ernähren können oder lieber das eine oder andere Mittelchen einwerfen und auf diese Weise beides (Ausbildung und Sport) meistern?
Für mich würde sich in dieser Situation die Frage kaum noch stellen und nach dem was da losgetreten wurde, ziehe ich den Hut vor jedem, der sauber weitermacht oder die Konsequenzen zieht und hinschmeisst.
__________________ Wie sagten Sie so treffend im Ziel von Kailua Kona: "Die letzten Kilometer waren die Hölle." Ich verrate Ihnen jetzt mal was: Bei mir sind es schon die ersten Kilometer.
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04.04.2007 21:10
Donishäusle
E'richtige Schwarzwälder und zweifellos naiv.

Dabei seit: 17.02.2003
Herkunft: Schwarzwald Fan von: Dölerich Hirnfidler, Eric Moussambani
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Original von Scout
Bei den Bodybuildern haste natürlich recht.
Aber ich denke, daß ist nicht bei allen Sportarten so, oder bin ich doch noch zu naiv.
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Doping ist überall möglich und wird auch praktiziert. Dabei sogar auch gern in den etwas weniger stark kontrollierten Disziplinen:
Bogenschützen dopen sich mit Betablockern, Triathlonamateure hauen sich den ACE-Stack rein, eine ganz schöne Übersicht gibt es hier in der Gazetta bei der Statistik der NADA.
Bei zwei Befunden musste ich allerdings unwillkürlich grinsen:
Hochschulsport: 1 Dopingfall (Tetrahydrocannabiol)
Tanzen: 1 Dopingfall Finasterid (Haarwuchsmittel)
__________________ Go funk yourself
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